Vornehme alte Dame unter Freunden

Das 1870 errichtete Wiener Gründerzeithaus steht in einem geschützten Ensemble. In diesem Ensemble, das die Planerinnen durch ein Gartenprojekt aufgewertet haben, spielt die 2017 sanierte „vornehme alte Dame“ freundlich mit. Der Bestand wurde schonend saniert, private Freiräume angebaut. Giebelverglasungen bringen Süd-Licht in moderne Dachmaisonetten. 

OHW - Erlebnis

Die Planerinnen führen durch die Dachmaisonette-Wohnung und zwei Wohnungen im Bestand. Bei Erfrischungen im Hof erfahren Sie den Projektverlauf, Infos zum Gartenprojekt „Garten Wolfganggasse“ und können sich im Architekturbüro RfM umschauen.

Hard Facts
Das 1870 errichtete Gründerzeithaus liegt in der Wolfganggasse, einer gürtelnahen Baumallee in Wien, Meidling. Schiele verkehrte im Haus, ein Bombentreffer hinterließ Putzschäden, im Werkstattgebäude wurden Ziegelmaschinen für Selbstbauer gefertigt. Das Projekt „Garten Wolfganggasse“ (RfM, 2009) verwandelte die Straße in einen Park.
Das äußere Erscheinungsbild
Das Haus hebt sich aus dem geschützten Gebäudeensemble hervor, ohne die anderen Gebäude in ihrer Wirkung zu beeinträchtigen. Ein Sockel aus Granit verankert das Gebäude im Boden. Fenstergitter schützen das Erdgeschoß, geringe Materialstärke ermöglicht den Ausblick in die Gartenlandschaft der Wolfganggasse. Die Gebäudehöhe orientiert sich am Ensemble, Bänder quer zum First lösen die Dachform auf. Senkrechte Giebelverglasungen holen Südlicht in die Dachräume.
Im Inneren
Jedes Geschoß ist barrierefrei erreichbar. Zementfliesen im Stiegenhaus schaffen ein elegantes Entrée. Wohnungen sind variabel und verfügen über private Freibereiche. Eingangsportale, Füllungstüren und Verkleidungen betonen den Charakter des Altbaus. Die Dachwohnungen sind als Maisonetten ausgeführt, im Neubau die Wohnräume, die Schlafräume im Bestand.
Der Hof wurde entsiegelt. Der begrünte Aufenthaltsraum bietet Sitzplätze und ein Gemeinschaftsbeet. Plattenbeläge aus wiederverendetem Dachpflaster schützen stark begangene Bereiche und die Terrasse der Erdgeschoßwohnung.
Werkstattgebäude
Ein Teilabbruch des Daches zur Hofentkernung war Förderauflage. Terrasse und Gaupe verbessert nun das Raumangebot für das Architekturbüro RfM.
Verbesserung der Energiebilanz
Der Heizwärmebedarf wurde um 100 kWh/m2a reduziert. Die derzeit noch fossil betrieben Heizung kann auf erneuerbare Energie-Träger (Fernwärme, Blockheizkraftwerk etc.) umgestellt werden.
Bauablauf und Baukosten
Ein enger Kostenrahmen und komplexe Bauabläufe kennzeichnen die Sanierung. Fördermittel der Stadt Wien unterstützten den Erhalt des mieter- und klimafreundlichen Altbestands. Die Architektinnen geben Auskunft.

© Text: RfM-Architektur, Fotos: Dieter Henkel

AkteurInnen:

ArchitektInnen: RfM Architektur Räume für Menschen
Bauherrschaft: Hauseigentümergemeionschaft Wolfganggasse 12
IngenieurkonsulentInnen: ZT DI Aue
KünstlerInnen: Hans Wörtl

Adresse:

1120 Wien, Wolfganggasse 12

Öffnungszeiten:

Sa 12 - 17 Uhr
Fachführungen Sa 12-17 Uhr
Architektinnen anwesend

Erreichbarkeit:

Straßenbahn 6,18
Bus 12A, 59A
U4, U6

Baujahr:

Ca. 1870
Geförderte Sanierung und Dachausbau 2017

Links:

www.rfm-architektur.at
gartenwolfganggasse.blogspot.com