Türkenwirtgebäude

Das neue Türkenwirtgebäude macht sich den fruchtbaren Boden zunutze. Es galt die architektonischen, sozialen und ökologischen Ansprüche der „grünen“ Alma Mater an dem geschichtsträchtigen Ort zu erfüllen. Entstanden ist einer der nachhaltigsten Bildungsbauten Österreichs.

Das neue Türkenwirtgebäude ist einer der nachhaltigsten Bildungsbauten Österreichs – ein Ort, an dem die „grünen“ Alma Mater wächst und gedeiht. Das alte Türkenwirtgebäude war ein fruchtbarer Boden – eine Institution und ein identitätsstiftender Raum für viele Studierende der Wiener Universität für Bodenkultur. Als beschlossen wurde das im denkmalgeschützten Cottage-Viertel des 19. Bezirks gelegene Gründerzeithaus aufgrund seines desolaten Zustands abzureißen, galt es an dem geschichtsträchtigen Ort einen Neubau zu errichten, der die architektonischen, sozialen und ökologischen Ansprüche der „grünen“ Alma Mater erfüllt. Baumschlager Hutter gelang es, diese Haltung in Architektur zu übersetzen. Das neue Türkenwirtgebäude ist ein Beispiel für sorgfältiges, klimaneutrales Bauen– es macht sich den fruchtbaren Boden zunutze.
Indem beinahe die Hälfte des rund 5.650 Quadratmeter großen Neubaus unter der Erde angeordnet ist, wird die Speichermasse des Erdreichs genutzt. Die maximierte „unterirdische Fassadefläche“ dient als thermischer Jahreszeitenausgleich.
Gleichzeitig nimmt das sorgfältig definierte Volumen oberirdisch Rücksicht auf die Maßstäblichkeit der Umgebung. Holzlamellen umhüllen den offenen Komplex, in dem neben dem TÜWI-Lokal samt Gastgarten und Hofladen, ein Hörsaal für 400 Studierende, Außenanlagen mit „open classrooms“, eine Mensa, die wertvolle Mineralien-Sammlung, diverse Lehr- und Lehrbereiche, Büros für die Hochschülerschaft, und drei Institute (Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften, Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit, Centre for Development Research) mit insgesamt etwa 65 Mitarbeitenden Platz finden.
Im Inneren belichtet ein abgesenktes Atrium die Aufenthaltsräume. Darüber schwebt ein hängender Garten. Neben Fassadenbegrünungen und der Erdwärme tragen Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf dem Flachdach, sowie die Holzfassade zur Klimaneutralität des Gebäudes bei.

© Text: Sophia Garner, Fotos: Dieter Henkel

AkteurInnen:

Architektur: Baumschlager Hutter ZT GmbH
Bauherrschaft: BIG
Örtliche Bauaufsicht: Woschitz + Maurer & Partner ZT GmbH
Landschaftsarchitektur: rajek barosch landschaftsarchitektur
Tragwerksplanung, Bauphysikalische Bearbeitung, Prüfingenieur nach § 125 und § 128 lt. WBO: Buschina & Partner Ziviltechniker GmbH
Haustechnik: HL-Technik München / pgg blueberg control GmbH

Adresse:

1190 Wien, Dänenstraße 4 

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
Fachführungen: Sa 10-17Uhr

Erreichbarkeit:

S45 Krottenbachstraße
Bus 10A, 37A, 40A Dänenstraße

Baujahr:

2016 - 2018

Auszeichnungen:

ÖGNI: Nachhaltigkeitszertifizierung Platin

Links:

www.big.at
baumschlaghutter.com
diepresse.com
www.architektur-aktuell.at
www.austria-architects.com
www.wien.gv.at<
www.competitionline.com
www.energie-bau.at