Palais Ferstel

Ursprünglich als Bank und Börsengebäude konzipiert, bietet dieser im venezianisch-florentinischen Trecento-Stil errichtete Prachtbau den Rahmen für rauschende Feste und Tagungen.

Im 19. Jahrhundert war es modern, Gebäude in historisch motivierten Stilen zu errichten. Aus dieser Zeit stammen Baustile, die als Neoromanik, Neugotik, Neorenaissance, Neubarock und zusammenfassend als Historismus bezeichnet werden.
Das 1859 erbaute Palais Ferstel wurde ursprünglich als Bank- und Börsengebäude von der k.k. privilegierten österreichischen Nationalbank in Auftrag gegeben. Es sollte der Nationalbank, der Börse, einem Kaffeehaus und einem Basar Platz bieten. Der damals erst 27-jährige Heinrich von Ferstel gewann den Wettbewerb und entwarf, inspiriert durch eine lange Italienreise, ein neoromanisches Gebäude im italienischen Stil. Damals existierte der kunstgeschichtliche Begriff der „Romanik“ noch nicht, stattdessen wurde die Bezeichnung „byzantinischer Stil“ verwendet. Vielleicht erklärt das die Idee eines orientalischen Basars. Das Gebäude wurde nur wenige Jahre als Bank - und Börsengebäude genutzt. 1877 siedelte die Börse in ein neu errichtetes Gebäude am Ring, die Nationalbank zog 1925 aus.
Nach 1945 verfiel der bei Luftangriffen beschädigte Bau, das Kaffeehaus schloss 1947, der Basar verlor seine Funktion, das Gebäude verfiel zusehends. In den 60er Jahren diente der einst prächtige Börsensaal als Basketballhalle. Erst 1971 be fasste sich das Bundesdenkmalamt mit dem Gebäude, das vor allem an der Hauptfassade beschädigt war. 1975–1982 wurde das Gebäude schließlich renoviert und das Café Central neu eröffnet.
Im Zuge der Renovierung wurde das Palais 1980 nach seinem Architekten, Heinrich von Ferstel, benannt.
In den ehemaligen Börsensälen finden nun Tagungen und Präsentationen statt. Die Passage mit dem Basar und dem Donaunixen - Brunnen unter einer Glaskuppel, wird von Gastronomie und kleinen Geschäften genutzt.

© Text: Ulla Unzeitig, Fotos: OHW

AkteurInnen:

Architektur: Heinrich von Ferstel

Adresse:

1010 Wien, Strauchgasse 4

Öffnungszeiten:

So 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U3, Herrengasse

Baujahr:

1856-1860
Renovierung: 1975-1982

Links:

www.palaisevents.at
www.wien.gv.at