notgalerie

Mit der notgalerie ist aus einer ehemaligen Notkirche ein neuer, autonomer Ort für Kunst am Urbanen Feld in der Seestadt Aspern entstanden. Dabei dienen der Innenraum der Holzbaracke und der Außenraum um diese herum als Ausstellungsfläche für Installationen, Performances und Filmvorführungen, die oft auch den Ort und seine Geschichte aufgreifen.

OHW - Erlebnis

Die notgalerie befindet sich auf einem kleinen Hügel direkt gegenüber der U-Bahn Station Aspern Nord. Der Innenraum als auch die Interventionen im Außenraum können besichtigt werden – schöner Ausblick auch auf den See und die Seestadt!

Aufgrund des Mangels an benutzbaren Kirchenbauten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 in Döbling eine Holzbaracke als Notkirche für ca. 150 Personen errichtet. Bis 1969 bestand die Notkirche an ihrem ursprünglichen Ort. Als dann aber ein Neubau die Baracke überflüssig machte und in Aspern großer Bedarf für einen Kirchenbau bestand, wurde diese abgetragen und am Ulanenweg im 22. Wiener Gemeindebezirk wieder aufbaut.
2015 entdeckte Reinhold Zisser das Gebäude, das schon 14 Jahre leer stand, in verwahrlostem Zustand. Er begann bald darauf die Kirche – umgetauft in „notgalerie“ – für Rauminstallationen zu nutzen. Seine Faszination für diesen Bau, den Zustand in dem er ihn fand und die eigenartigen Gegenstände, die sich über die Jahre dort angesammelt hatten, inspirierten Zisser zu seiner ersten Ausstellung "Drinnen sind Fenster". Diese Installation bestand gänzlich aus Objekten, die er aus den gefundenen Gegenständen in der Kirche zusammengestellt hatte und behandelte die "Unlösbarkeit der Frage nach der Ursache und dem Zusammenhang des Vorgefundenen".
2017 musste der Bau ein zweites Mal übersiedelt werden, da der Grund auf dem er stand und den Zisser bis dahin mit Erlaubnis der Eigentümer nutzen durfte, verbaut werden sollte. Als neuer Standort wurde das Urbane Feld gewählt, das von dem Landschaftsarchitektenteam zwoPK durch streng geometrisch aufgeschüttete Hügel, direkt gegenüber der U2 Station Aspern Nord, gestaltet wurde. Hier wird die über 70 Jahre alte ehemalige Barackenkirche nun als Kunstraum genutzt.
Zu der Zukunft der notgalerie sagt Reinhold Zisser: "Ich denke nicht, dass Aspern die letzte Station der ehemaligen Notkirche sein wird."

© Text: Christina Zessner, Fotos: Dieter Henkel

AkteurInnen:

Umsiedlung/ Adaption: Rainer Stadlbauer & Zimmermeister Franz Ritzer 

Adresse:

1220 Wien, Urbanes Feld - Seestadt Aspern

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U2, Aspern Nord

Baujahr:

1946 in Döbling, 1969 abgetragen und 2017 wieder aufgebaut

Links:

www.reinholdzisser.com