NHP_Reisnerstraße 53

Das Gründerzeithaus in der Reisnerstraße 53 wurde 2018 komplett umgebaut, um es den Anforderungen der neuen Nutzer – Niederhuber & Partner Rechtsanwälte – anzupassen. Raumgefüge wurden verändert, der Bestand behutsam in das neue Erscheinungsbild integriert; reduzierte, schöne Innengestaltung mit Elementen moderner Kunst – best practice einer gelungenen Sanierung. 

OHW - Erlebnis

Treffpunkt ist vor dem Gebäude. In Kleingruppen können Räume wie das Kaminzimmer, die Bibliothek im historischen Teil sowie Büros in der Aufstockung aus den 60er Jahren besichtigt werden. Im Kellergeschoß ist die ehemalige Nutzung der Zementvereinigung noch ablesbar und originell in die neue Gestaltung integriert – ein gelungener Mix aus alt und neu. Die Architekten Benno Wutzl, Andreas Hradil und Christa Stürzlinger ist anwesend. Fotografierverbot.

Das großbürgerliche Wohnhaus wurde 1872 vom Architekten Heinrich Förster für den Geschäftsmann Eduard Theimer als herrschaftliches Belletage-Wohnhaus samt Kutschen-/ Stallgebäude errichtet und in den 1960er Jahren vom Verband der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) unter der Federführung von Karl Schwanzer um Büro- und Laborflächen aufgestockt und erweitert. Durch die unterschiedlichen Bauphasen entstanden interessante räumliche Verschränkungen, welche sich insbesondere in den beiden Stiegenhäusern abbilden.
Knapp 50 Jahre nach Karl Schwanzers Umbau wurde das Objekt für den neuen Mieter Niederhuber & Partner Rechtsanwälte zu deren neuen und zeitgemäßen Wiener Firmensitz umgebaut.
Die architektonische Herausforderung bestand darin, die baulichen und geschichtlichen Gegensätze der vorhandenen Substanz (großbürgerliches Wohnhaus aus dem 19.Jhdt. vs. Purismus und Pragmatismus der 1960er) respektvoll herauszuarbeiten und zu inszenieren. Das mittlerweile in die Jahre gekommene und in sich heterogene Haus musste in die heutige Zeit übergeführt werden.
Durch das Aufbrechen von Räumen und Strukturen in allen Bereichen konnten neue Raumverbände und bedeutende Sicht- und Kommunikationsverbindungen geschaffen werden. Wesentlichen Beitrag dazu leisten die beiden Stiegenhäuser, welche als Verbindungsglied der jeweiligen Bereiche eine zentrale Rolle übernehmen und entsprechend inszeniert wurden.
Der Grundgedanke des Interior nimmt die Leidenschaft des neuen Mieters für Kunst auf und setzt diese in den Mittelpunkt; ergänzt um notwendige, eigens entwickelte Möbel, welche durch ihre Oberflächen und Farben Bezug nehmen zur Architektur und Kunst als auch zur Kanzlei.
Das einstige Stall- und Kutschenhaus, später Wohnfläche und zuletzt Büro-Labor und Werkstätte, bietet jetzt – entkernt und saniert – als Hofhaus-Loft Atelier- und Büroflächen.

© Text: Benno Wutzl, Fotos: Armin Plankensteiner

AkteurInnen:

Architektur: Heinrich Förster
Umbau 60er Jahre: Karl Schwanzer
Umbau 2018: Andreas Hadril, Benno Wutzl, Christa Stürzlinger
Kunst am Bau: Friedrich Biedermann
Innerraumbegrünung: Bernd Hochwartner

Adresse:

1030 Wien, Reisnerstraße 53

Öffnungszeiten:

Sa 12 - 17 Uhr
Sa 12 - 17 Uhr ArchitektInnen anwesend

Erreichbarkeit:

Straßenbahn 71, Unteres Belvedere
Straßenbahn 71, O, Rennweg
S1, S2, S3, S4, S7, Rennweg

Baujahr:

ca. 1912/ Sanierung 2008
1906-1907,  Ausbau 2003-2005

Links:

www.nhp.eu
www.raumlos.at
www.wuba-zt.at
www.studiocs.at
friedrichbiedermann.com
www.weidlfein.com/