little sister in a dress

Auf einem 80 m2 kleinen Grundstück entstand Wiens kleinstes Wohnhaus mit Seeblick. Minimierte Konstruktionen und Materialien sorgen für eine optimale Ausnutzung der erlaubten Kubatur. Ein silberner Vorhang ist das „Kleid“ (a dress) und dient als flexibler Sonnen-, Sicht und Blendschutz.

Auf einem sehr kleinen, nur etwa 80 m2 großen Grundstück will sich ein Ehepaar den Traum eines Wohnhauses am See erfüllen.
Die Rahmenbedingungen könnten herausfordernder nicht sein: Das Grundstück in der dicht bebauten Kleingartenwohnanlage „Schlosssee“ hat zwar einen schmalen direkten Zugang zum See, liegt aber eigentlich in der zweiten Reihe, Nachbargebäude schränken den Blick auf das Wasser erheblich ein. Die strengen Bebauungsbestimmungen erlauben eine maximale Brutto-Grundfläche von 20 m2, sowie eine maximale Höhe von 5.5 m.
Die Lage des Gebäudes wird so gewählt, dass einerseits der durch die nahen Nachbarhäuser eingeschränkte Blick auf den See durch die vorhandene schmale Lücke optimal genutzt wird und andererseits ein möglichst großer zusammenhängender südseitig gelegener Gartenbereich zur Nutzung frei bleibt.
Das Innere des kompakten Baukörpers wird durch geschoßübergreifende Raumorganisationen offen gestaltet. Die erhöhte Erdgeschoßebene erlaubt eine fast rundumlaufende direkte Belichtung des Untergeschosses und ermöglicht gleichzeitig einen besseren Blick auf das Wasser. Ein Balkon verlängert den Innenraum ins Freie Richtung See. Erdgeschoß und Obergeschoß sind durch einen Luftraum miteinander verbunden. Die dünnen Stahltreppen werden als geschoßverbindende Raumskulpturen entwickelt.
Transparente Fassadenelemente ermöglichen den Blick auf das Wasser, Schiebetüren erweitern den Innenraum in den Garten. An anderen Stellen verschließt sich das Gebäude zu den nahen Nachbargrundstücken.
Minimierte Konstruktionen und Materialien sorgen für eine optimale Ausnutzung der erlaubten Kubatur. Reduzierte Fußbodenaufbauten ermöglichen trotz der Verwendung von Fußbodenheizsystemen eine geringe Deckenstärke und vergrößern die lichte Raumhöhe. Die tragende Konstruktion ist auf einen aussteifenden Kern und schlanke Stahlstützen reduziert, dünne Fassadenelemente helfen dabei, die nutzbaren Raumflächen zu maximieren. Die Verwendung heller Farben und verglaster Flächen lässt die Innenräume großzügig und offen wirken.
Neben sonnengesteuerten Vertikalmarkisen kann ein zusätzlicher silberner Vorhang (das „Kleid“) als flexibler Sonnen-, Sicht und Blendschutz individuell drapiert werden.

Text:  © HOPPE architekten Fotos: © Hervé Massard

AkteurInnen:

Architektur: HOPPE architekten ZT-GMBH (Robert R. Neumayr, Alexander Neversal, Robert Löffler)
IngenieurkonsulentInnen: kppk ZT GmbH
Bauherrschaft: privat

Adresse:

1230 Wien, Terramaregasse 2, Parzelle 67, KLG Schlosssee 

Öffnungszeiten:

So 10 - 17 Uhr
So 13 - 17 Uhr ArchitektInnen anwesend

Erreichbarkeit:

U6 Alterlaa
Bus 66A, 67B Schwarzenhaidestraße

Baujahr:

2017

Auszeichnungen:

„gebaut 2017“ - Auszeichnung der Stadt Wien, MA 19

Links:

www.hoppe.at