NÖ Krido1 - Stelzenhaus Kritzendorf

Neubau eines Stelzenhauses im Strombad Kritzendorf, einer historischen Strandbadsiedlung im Donauüberschwemmungsgebiet. 

OHW - Erlebnis

Treffpunkt vor dem Haus mit den ArchitektInnen. Das Haus ist sehr übersichtlich und gut von beiden Terrassen einsehbar (Stufen). Da es sich um Privaträume handelt, bitte keine Detailfotos. Zusatzbonus: Spaziergang durch das Strombad mit dem charmanten Flair der 30er Jahre, die sogenannte „Riviera an der Donau“, Badesachen nicht vergessen! 

Bei der Errichtung von Gebäuden im Überschwemmungsgebiet sind bestimmte Auflagen zu erfüllen, von denen exemplarisch einige genannt werden. So müssen die Gebäude, die offiziell als Badehütten gelten, auf Stelzen errichtet werden und das Sockelgeschoss darf nicht vollständig verbaut werden. Weiters dürfen pro Parzelle nur 37 m² bebaut werden und das Obergeschoss muss 30 cm über dem hundertjährigen Hochwasser liegen.
Die Blütezeit der Ferienkolonie war in der Zwischenkriegszeit. Das gehobene Wiener Bürgertum hatte hier seine Badehütten und ließ namhafte Architekten der Wiener Moderne für sich bauen. Die meisten der kleinen Architekturjuwele stehen heute noch. In den letzten Jahren sind auch einige interessante neue Gebäude dazugekommen. Schade nur, dass nach wie vor eine gewisse Häuslbauermentalität dominiert.
Uns ging es darum, dem hohen Standard der historischen Ferienhausarchitektur gerecht zu werden und eine zeitgemäße Interpretation des Themas Badehütte zu liefern, die darüber hinaus den funktionellen Anforderungen für eine ganzjährige Nutzung genügt. Freilich verlangt die Dauernutzung nach einer Standardanhebung, die sich nicht zuletzt in den Baukosten niederschlägt.
Eine besondere Herausforderung bestand für uns darin, alle Funktionen auf und innerhalb einer äußerst limitierten Fläche und Kubatur unterzubringen und trotzdem einen großzügigen Raumeindruck zu vermitteln. Die Höhenentwicklung des Gebäudes folgt der Logik des begrenzten Raumangebots. Unter einem Tonnendach, das sich zu einer Dachterrasse öffnet, liegt ein zweigeschossiger Wohnraum mit einer eingezogenen Galerie. Dieser Wohnraum öffnet sich seinerseits im Obergeschoss auf beiden Schmalseiten über vorgelagerte Terrassen zum Garten hin.
Das Sockelgeschoss besteht aus einer Stahlrahmenkonstruktion. Darauf wurde eine Box aus vorgefertigten Brettsperrholzplatten errichtet. Das Tonnendach ist als Brettstapeldecke aufgebaut, kommt ohne Öffnungen aus und ist über die gesamte Fläche mit verzinktem Wellblech gedeckt. Das Gebäude verschließt sich also auf einer Längsseite zum Nachbarn hin, öffnet sich auf der anderen Längsseite zum Baumbestand und tritt an den Schmalseiten in Bezug zum eigenen Garten.

© Text, Fotos: allmermacke

AkteurInnen:

Architektur: allmermacke
Fotografie: Lisa Rastl

Adresse:

3420 Klosterneuburg, Oberer Durchschlag 11, Strombad Kritzendorf 

Öffnungszeiten:

So 13 - 17 Uhr
So 13 - 17 Uhr ArchitektInnen anwesend

Erreichbarkeit:

Vom Bahnhof Heiligenstadt S40 Richtung Tulln, in Kritzendorf aussteigen, über die Überführung gehen, dann über eine kleine Brücke und immer geradeaus, ca. 8 Min zu Fuß

Baujahr:

2018

Links:

www.allmermacke.at
Dieses Gebäude auf nextroom