Bulgarisches Kulturinstitut - Haus Wittgenstein

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein war an der Planung dieses Hauses für seine Schwester maßgeblich beteiligt. Er arbeitete mit viel Eifer und Akribie daran. Das Ergebnis ist ein Haus mit ungewöhnlichen Proportionen und einer ungewöhnlichen Geschichte. Heute ist es der Sitz des bulgarischen Kulturinstitutes.

OHW - Erlebnis

Auf den Spuren Ludwig Wittgensteins werden die „perfekten Proportionen“ besichtigt. Gezeigt werden die ehemaligen Wohnräume seiner Schwester sowie die aktuelle Ausstellung des bulgarischen Kulturinstitutes.
Es wird darum gebeten, im Haus nicht zu fotografieren! Zusätzlich werden Führungen in Englisch angeboten.

Nach dem Auftrag der Planung eines repräsentativen Stadthauses für Margaret Stonborough an den befreundeten Architekten Paul Engelmann fertigte dieser Pläne an, welche in weiterer Folge durch Ludwig Wittgenstein, Stonboroughs jüngeren Bruder, überarbeitet wurden. Die Wahl des Bauplatzes fiel auf ein Areal in der Kundmanngasse, welches an drei Seiten durch Straßen begrenzt war und einen beachtlichen Bestand an alten Bäumen aufwies. Ende 1928 wurde das Wohnhaus weitgehend fertiggestellt.
Der in Hinblick auf die gründerzeitlichen Mietzinshäuser der Umgebung ungewöhnliche Gesamtkomplex des Parks und der Villa wurde durch eine Mauer umfasst. Der Baukörper gliedert sich in verschieden große Kuben, die sich auf zwei Seiten über Terrassen zum Park hin öffnen. Dem Wunsch Stonboroughs nach einem eindrucksvollen Stiegenhauses wurde entsprochen – durch die repräsentative, elegante Eingangshalle gelangt man zu Speisesaal, Saal, Wohnzimmer und privaten Räumen.
Die Ausstattung des Gebäudes wurde bis ins Detail geplant; verwendet wurden vorwiegend künstliche, moderne Materialen, Fenster- und Türkonstruktionen aus Feineisen, Kunststein für die Böden, es wurde sogar eine Fußbodenheizung eingebaut. Aufzug, Heizkörper, Beleuchtung et cetera waren Sonderanfertigungen, die Steinplatten wurden in ihrer Größe symmetrisch an die Räume und Türen angepasst.
Das Haus wurde 1975 durch Bulgariens Botschaft erworben und wird seither als Kulturinstitut genutzt. 1976-77 erfolgte eine Renovierung, im Zuge derer das Souterrain um einen großen Vortragssaal erweitert, die Substanz des Gebäudes aber weitgehend bewahrt wurde.

 

© Text: Magadalena Süss, Fotos: Lennart Horst, Dieter Henkel

AkteurInnen:

Architektur: Ludwig Wittgenstein / Paul Engelmann

Bauherrschaft: Margaret Stonbourough - Wittgenstein

Adresse:

1030 Wien, Parkgasse 18

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 16 Uhr

Erreichbarkeit:

U3, Rochusgasse

Linie 1, Rasumofskygasse
Bus 4A, 74A Rochusgasse

Baujahr:

1928

Links:

www.haus-wittgenstein.at
AzW Architektenlexikon
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Ö1 - 100 Häuser: Sendetermin 05.Juli