Gugumuck

Es ist der Beharrlichkeit von Schneckenzüchter Andreas Gugumuck zu verdanken, dass die Weinbergschnecke wieder salonfähig wurde. 2008 begann er auf dem 300 Jahre alten Hof der Familie mit der Schneckenzucht und beliefert seither die besten Restaurants im ganzen Land. Dabei setzt der Wiener auf zukunftsweisende Landwirtschaft und entwickelt den Hof hin zu einer Future Farm.

OHW - Erlebnis

Treffpunkt ist beim Freigelände. Unsere Volunteers nehmen dich mit zu dem Schneckenfeld, das im hinteren Bereich liegt und erklären dir die Schneckenzucht. Vor Ort gibt es die Möglichkeit beim Gugumuck-Foodtruck Schneckenprodukte zu verkosten.

Schon seit dem 19. Jahrhundert führt die Familie Gugumuck den Hof in Rothneusiedl. Damals wurde vor allem Feldgemüse gepflanzt und Vieh gehalten. Den Ertrag verkauften sie am Wiener Heumarkt. Seit den 1950er-Jahren konzentrierte sich die Familie auf Botanik. Sie verkauften vor allem Pfingstrosen, gelben Flieder und Feigenbäume, aber auch noch Gemüse und einige Obstsorten. Bis 1954 stand an der Stelle des heutigen, modern gebauten Schneckenhofes ein Taubenkogel.
Als Andreas Gugumuck auf Informationen über eine Tradition des Schneckenessens in Wien im Schneckenkochbuch von Gerd Wolfgang Sievers stieß, kam ihm die Idee für eine Revitalisierung des Hofes seiner Großeltern. Er startete das neue Unternehmen zuerst nur nebenbei und bewarb seine Schnecken bald im größeren Stil. 2012 gewann der Hof den Best Young Farmer of Europe Preis. 2014 wurde das Bistro und der Hof-Laden eröffnet.
So wie auch die Familiengeschichte aus einer Mischung von alten Traditionen und neuen Ideen besteht, so verhält es sich auch bei der Architektur des Hofes. Die neue Manufaktur, ein Holzriegelbau, außen aus selbst geflämmter Fichte und innen aus gestrichenem Kalk auf Stucco gespachtelt und geglättet, fügt sich in den alten Hof ein, ohne diesen zu stören oder sich zu sehr in den Mittelpunkt zu drängen. Altes bleibt neben Neuem bestehen.
Manufaktur in Holzriegelbau
Die Minimierung ökologischer Effekte ist uns ein grundsätzliches Anliegen. Diese Gedanken sollen sich auch in der Manufaktur und in der Unternehmenskultur wiederspiegeln: Dementsprechend wurde das Betriebsgebäude als Holzbau in Riegelbauweise (inklusive Dämmung und Fassade) errichtet, denn Holz symbolisiert Ursprung und Nachhaltigkeit als nachwachsender Rohstoff am besten und hat als Baustoff die beste Nachhaltigkeitsperformance. Bei der Einrichtung wurde darauf geachtet, dass keine Materialien verwendet werden, die Schadstoffe wie PVC, HFKW, SF6, PUR, Lösungsmittel oder Biozide enthalten.

©Text: Christina Zessner, Benjamin Miatto Fotos: Dieter Henkel

AkteurInnen:

ArchitektInnen: Gmeiner & Miatto Architekten 

Adresse:

1100 Wien, Rothneusiedl, Rosiwalgasse 44

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U1, Alaudagasse
S60, Blumental
16A, Rosiwalgasse

Baujahr:

2015

Links:

gugumuck.com
www.stadtlandwirtschaft.wien