ehem. Wiener Werkstätte

Während die industrielle Massenproduktion Fuß gefasst hatte und der Historismus erstarrt war, formte sich eine neue Bewegung innerhalb der Künste. Zusammen mit der Wiener Secession und der Wiener Kunstgewerbe Schule prägte die Wiener Werkstätte die beginnende Moderne in Wien und gibt bis heute Impulse im ästhetischen Diskurs.

OHW - Erlebnis

Treffpunkt ist vor dem Tor in der Neustiftgasse (kleiner Platz). Besichtigt werden kann der Innenhof und die Räumlichkeiten einer ehemaligen Werkstätte, die jetzt ein Architekturbüro (SWAP Architekten) sind. (Achtung: letztes Stockwerk, kein Lift). Dort wird eine kurze Präsentation gezeigt.

Die Wiener Werkstätte wurden 1903 von dem Architekten Josef Hoffmann, dem Grafiker und Maler Koloman Moser und dem innovativen Mäzen und Textilfabrikanten Frith Waerndorfer gegründet. Nach ihrem Vorbild, der Arts & Crafts Bewegung aus Großbritannien, strebte „die Productivgenossenschaft von Kunsthandwerkern“ nach einer ganzheitlichen, ästhetischen Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche – einem „Gesamtkunstwerk“. Im engen Austausch zwischen KünstlerInnen und KonsumentInnen sollte hochwertiges Kunsthandwerk produziert werden. Der Begriff war dabei breit gefasst - die Tätigkeit der Wiener Werkstätten reichte von Architektur und Möbelbau, bis zu Porzellan, Glas und Mode. Eine zeitgenössische Formensprache, sowie Sinnlichkeit und hohe Qualität sollten dabei erreicht werden. Grundlegend für eine hochwertige Produktion waren adäquate Räumlichkeiten für die Werkstätten. Ende 1903 übersiedelte das frisch gegründete Unternehmen von ihrem ersten Sitz in der Heumühlgasse im 4. Bezirk, in die Neustiftgasse 32-34 im 7. Bezirk. Der dreistöckige Gewerbebau wurde für die junge Gruppe adaptiert. Neben bestehenden Werkstätten, gab es nun Platz für die Buchbinderei, Tischlerei, Lackiererei, Leder-, Silber- und Goldwerkstätten, sowie Ausstellungsräume.
Unter Mitarbeit von zahlreichen namhaften KünstlerInnen etablierte sich die Wiener Werkstätte. Nach Verkaufsräumen im 1. Bezirk wurden Filialen in Karlsbad, Marienbad, Zürich, Berlin und New York eröffnet. Die Versuche am internationalen Markt Fuß zu fassen scheiterten jedoch und die Wirtschaftskrise führte die Wiener Werkstätte 1932 endgültig in den Konkurs.
Heute zählen ihre Objekte dennoch zu den begehrtesten am Kunstmarkt. Mit den innovativen Entwürfen und dem interdisziplinären Anspruch prägte die Wiener Werkstätte die Designgeschichte und beeinflusst nach wie vor den ästhetischen Diskurs.

© Text: Sophia Garner, Fotos: Nikos Kouklakis

AkteurInnen:

ArchitektInnen: unbekannt

Adresse:

1070 Wien, Neustiftgasse 32-34 

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

Linie 46, Bus 13A, Strozzigasse
Bus 48A, Kellermanngasse

Baujahr:

1903

Links:

architektur.swap-zt.com
jugendstilwien.at
www.geschichtewiki.wien.gv.at
www.mak.at
blog.dorotheum.com
www.aeiou.at