Die Angewandte Wörle-Schwanzer-Trakt

An der Universität für Angewandte Kunst wurde der aus den 60er Jahren stammende Erweiterungsbau der Architekten Karl Schwanzer und Eugen Wörle wieder dem ursprünglichen Raumkonzept zugeführt, indem die Tragstruktur von allem unnötig Hinzugekommen befreit wurde und dadurch mehr Freiheit und Flexibilität verspricht.

Ursprünglich am Stubenring als Museum und „Kunstgewerbeschule“ nach Plänen von Heinrich Ferstel um 1870 errichtet , erhielt die Akademie von 1962 bis 1965 einen Erweiterungsbau durch Karl Schwanzer und Eugen Wörle. Das denkmalgeschützte Gebäude erfuhr in den letzten Jahrzehnten eine massive Veränderung durch Innen- Ein- und Umbauten, so wie es die Erfordernisse der stets aus allen Nähten platzenden Hochschule verlangten.

Riepl Kaufmann Bammer Architektur hat, als Sieger eines geladenen Verfahrens mit der Generalsanierung des Wörle-Schwanzer-Traktes beauftragt, alles konstruktiv Unnötige daraus entfernt und seine klare, an einen Industriebau gemahnende Tragstruktur freigelegt. Der Trakt erstreckt sich parallel zum Wienfluss. Seine sieben oberirdischen Geschoße sind zwischen zwei stirnseitig gelegenen Stiegenhäusern aufgespannt. Die filigranen, hinter abgehängten Verkleidungen zum Vorschein gekommenen kassettierten Stahlbetondecken werden von jeweils drei Betonstützenreihen getragen. Die lang gezogenen rechteckigen Hallen zwischen den Stiegenhäusern lassen eine Vielzahl unterschiedlicher Raumfigurationen zu. Um diese funktionelle Großzügigkeit auch im Raumeindruck zu erhalten, hat Riepl Kaufmann Bammer Architektur einen Bausatz entwickelt, der die notwendige Variabilität der Grundrisse in einem System verankert: In der Mittelzone ordnet eine abgehängte Decke aus Streckmetall den Verlauf der darüber vage sichtbaren haustechnischen Leitungen.

Sieben oberirdische und zwei unterirdische Geschoße mit insgesamt rund 13.800 Quadratmetern Nettoraumfläche wurden erneuert. Das macht eine sehr flexible Lösung für die offene Gestaltung der Räume möglich. Diese beherbergen Büros, Werkstätten und Studios für vier verschiedene Institute der Angewandten. Neben der Erneuerung der Raumstruktur wurden auch die Haustechnik- und Sanitäranlagen getauscht sowie Barrierefreiheit hergestellt.

© Text: Quellen Spectrum nextroom und BIG, Fotos: Nikos Kouklakis

AkteurInnen:

Architektur: Karl Schwanzer, Eugen Wörle
Sanierung und Neustrukturierung: Riepl Kaufmann Bammer Architektur
Tragwerksplanung: PCD ZT-GMBH
Bauphysik: TAS Bauphysik
Bauherrschaft: BIG

Adresse:

1010 Wien, Oskar-Kokoschka-Platz 2

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 10- 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U3, Stubentor
U4, Landstraße
Wiener S-Bahnen Wien Mitte

Baujahr:

1961-1965
Generalsanierung 2016-2018

Auszeichnungen

1. Rang architekturwettbewerb.at

Links:

www.big.at
www.dieangewandte.at
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