Billrothhaus

Das Haus wurde als Vereinshaus der Gesellschaft der Ärzte in Wien 1893 eröffnet, die bis heute ihren Sitz dort hat. Das oberste Ziel ist bis zum heutigen Tag die neuesten medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse zu präsentieren und zu diskutieren. Die historische Bibliothek ist noch vorhanden, im Haus finden u.a. Seminare und Tagungen statt.

OHW-Erlebnis

Treffpunkt für die Führungen ist das Foyer. Du kannst die historische Bibliothek, Nebenräume und den großen Festsaal im 1. Stock besichtigen. 
Das Haus ist eingeschränkt barrierefrei, da der Zugang zum Festsaal für einige Rollstühle zu schmal ist. Lifte vorhanden!

Das Billrothhaus ist der Sitz der Gesellschaft der Ärzte in Wien – eines 1837 gegründeten Vereins, der bis heute besteht. Es ist benannt nach dem deutschen Arzt und ehemaligen Präsidenten der Gesellschaft Theodor Billroth. Den Anstoß für den Bau eines Hauses durch die Gesellschaft der Ärzte war in erster Linie die Platznot, welche der wachsende Bestand der Fachbibliothek des Vereins mit sich brachte. Nach diversen Umzügen der Bibliothek in Wien wurde 1885 ein eigenes Aktionskomitee mit der Erbauung eines eigenen Lokals betraut. Schließlich wurde ein 662m² Grundstück aus dem Besitz des Wiener Stadterweiterungsfonds in der Frankgasse 8 im 9. Wiener Gemeindebezirk gefunden, das von den Mitgliedern der Gesellschaft unter Zuhilfenahme eines Kredits für 57.000 Gulden gekauft werden konnte.
Der Architekt Ludwig Richter wurde schließlich mit der Aufgabe betraut und zwei Jahre später, am 27. Oktober 1893, konnte das Haus von Theodor Billroth eröffnet werden.

Das Gebäude ist viergeschossig. Im Erdgeschoss befinden sich Große Bibliothek, Kleine Bibliothek, Seminarraum und Lesezimmer (früher „Rauchersalon“). Den ersten Stock nehmen Festsaal und Verwaltungsratszimmer (früher „Kleiner Festsaal“) ein; die Galerie des Festsaals wird über den zweiten Stock betreten. Im dritten Stock ist die Vereinsverwaltung untergebracht. 1906 wurden der Innenhof tiefergelegt und das Souterrain getrocknet, um die Errichtung eines Büchermagazins zu ermöglichen. 1909 schließlich erfolgte die Erweiterung des Gebäudes durch Verbauung eines Teils des Innenhofes (heute Seminarraum und Garderobe).

Am 9. Mai 1919 stellte der neu gewählte Präsident des Vereins, Anton Eiselsberg, den Antrag, das Vereinshaus entweder „Billrothhaus“ oder „Škodahaus“ (nach Josef Škoda, Ehrenpräsident der Gesellschaft) zu taufen. Man stimmte mehrheitlich dafür, das Haus nach dem bekannten und für die Gesellschaft so wichtigen Chirurgen Theodor Billroth zu benennen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Gesellschaft der Ärzte vorübergehend aufgelöst. Die Bibliothek wurde zum Schutz vor Bombenanschlägen in eine Scheune in Peigarten bei Waidhofen an der Thaya untergebracht. Die durch den Krieg entstandenen Schäden am Billrothhaus wurden erst nach Kriegsende repariert.

Seit 2008 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Von 2015 bis 2017 wurden umfassende Modernisierungsarbeiten unternommen: Ein Treppenlift sowie ein Personenaufzug wurden eingebaut, die Sanitäranlagen renoviert und die Heizungsanlage komplett erneuert.

Text: Gesellschaft der Ärzte in Wien

© Fotos: Dieter Henkel

AkteurInnen:

Architektur: Ludwig Richter

Adresse:

1090 Wien, Frankgasse 8

Öffnungszeiten:

So 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U2, Schottentor (ca. 10min. Fußweg)
Linie D,1,37, 38, 40, 41,42,71, Schottentor (ca. 10min. Fußweg)
Linie 43, 44, Landesgerichtstraße

Baujahr:

1893

Links:

www.billrothhaus.at
AzW Architekturlexikon Ludwig Richter