Bildungscampus Sonnwendviertel

Im Bildungscampus sind Kindergarten, Volksschule und Neue Mittelschule in einem Gebäude konzipiert: So werden die Grenzen zwischen Klassen und Schultypen aufgelöst. Freies Lernen und Projektunterricht stehen hier im Vordergrund – unterstützt von Freiluftklassen und einem kindgerechten Freiraum.

OHW-Erlebnis

Treffpunkt ist im Foyer, die Tour führt durch das Erdgeschoß. Im gemeinsam genutzten Bereich bei der Kino- und Theatertreppe startet der geführte Rundgang mit einem Projektüberblick. Nach einem Blick in die Bibliothek erkunden wir die „Dörfer“. Es geht in einen Cluster des Kindergartens, in den Freibereich und die Volksschule.

Der Bildungscampus Wien Sonnwendviertel gilt als der größte und avancierteste Bildungsbau der Stadt - schon der internationale Wettbewerb wurde erstmals auf Basis eines Qualitätenkataloges statt eines starren Raumprogrammes ausgeschrieben. Die Grenzen zwischen Unterricht und Freizeit sind aufgelöst, die Bildungseinrichtung ist als Lebensraum für Kinder und Jugendliche konzipiert, als kleine Stadt, in der Leben nicht simuliert, sondern wirklich gelebt wird, in der die natürliche Lebensfreude und Neugier der Motor der Entwicklung sind.
Um den pädagogischen Paradigmenwechsel der Schule als Campusmodell räumlich zu artikulieren, sind die Bildungseinheiten als Cluster um sogenannte Marktplätze organisiert. Das Campusmodell ist in allen Maßstäben räumlich artikuliert. Der quadratische Unterrichtsraum ist ungerichtet, mit je zwei Schultafeln ausgestattet und fördert die Arbeit in Kleingruppen.
Das Modell setzt in der Konfiguration der Schultische, in der räumlich-maßstäblichen Differenzierung einzelner Bildungsräume in Lese- und Werkbereiche, in der konkreten Ausrichtung einzelner Bildungsräume zum äußeren Freiraum und zum inneren Marktplatz hin, in der Raumkonditionierung der cluster-zentralen Marktplätze selbst, in der Komposition einzelner Bildungscluster im Verhältnis zum Freiraum und in der Organisation des Bildungscampus als innovatives städtisches Gefüge innerhalb des Stadtentwicklungsgebiets Hauptbahnhof die übergreifend pädagogische Dringlichkeit des Campusmodells für die gesamte Stadt um.
Das Gebäude wurde im Niedrigenergiestandard errichtet. Die Körperwärme der SchülerInnen wird genutzt bzw. bei Abwesenheit subsummiert, die Lüftung erfolgt simpel über dezentrale Lüftungsgeräte mit 80-prozentiger Wärmerückgewinnung, der Strom der technischen Anlagen wird mit Photovoltaik gewonnen.

© Text: PPAG architects, Fotos: Dieter Henkel

AkteurInnen:

ArchitektInnen: PPAG architects ZTgmbh
Bauherrnschaft: Stadt Wien MA19, MA 34
Statik: VCE GmbH
LandschaftsarchitektInnen: EGKK Landschaftsarchitektur; Karin Standler Vorentwurf

 

Adresse:

1100 Wien, Gudrunstraße 110

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
Sa 15 - 16:30 ArchitektInnen anwesend

Erreichbarkeit:

U1 Keplerplatz
Bus 14A, Wielandplatz

Baujahr:

Fertigstellung 2014

Links:

www.ppag.at
www.wien.gv.at/stadtentwicklung
www.bildungscampus-sonnwendviertel.at
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