Ringturm

Der Ringturm (BJ 1955) ist neben dem Hochhaus Herrengasse (BJ 1932) das einzige Hochhaus im ersten Bezirk. Prominent am Eckpunkt Ringstraße/Franz-Josefs-Kai gelegen, wird das Gebäude jedes Jahr von einem anderen Künstler verhüllt – heuer vom österreichischen Künstler Gottfried Helnwein.

OHW-Erlebnis

Treffpunkt ist im Foyer. Mit dem Lift geht es hinauf in den 19. Stock. Im 20. Stock genießt Du den fantastischen Rundumblick: Hier wurden die legendären „Lebenskünstler“ - Aufzeichnungen mit Helmut Zilk gedreht. Anschließend kannst Du noch die „Architektur-im-Ringturm“–Ausstellung besuchen.
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Der Ringturm wurde als erstes Bürohochhaus Österreichs im Jahr 1955 – knapp nach Unterzeichnung des Staatsvertrages –eröffnet. Etwa drei Jahre zuvor fasste der damalige Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung Nobert Liebermann den Entschluss, eine neue moderne Unternehmenszentrale zu errichten. Auf der Suche nach einem Architekten fiel die Wahl auf Erich Boltenstern, der nicht nur den Ringturm, sondern auch einen Teil seiner Möblierung entwerfen sollte.
Die Versicherungsgesellschaft ist neben der Unternehmensholding Vienna Insurance Group und ihrem Hauptaktionär – dem Wiener Städtischen Versicherungsverein – auch heute noch im Hochhaus untergebracht, das auf der Parzelle des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bürgerspitalfonds-Hauses errichtet wurde. Die Absicht, ein möglichst „amerikanisches Hochhaus“ zu bauen, ist sowohl an Boltensterns Entwurf als auch am Kontext seiner Realisierung abzulesen, fällt doch die Planungsphase in die Besatzungszeit und der Baugrund just an die Grenze des westlich besetzten Wiens zum russischen Sektor der Stadt.
Der Rohbau, mit dem im Juni 1953 begonnen wurde, ist als Stahlbetonskelett ausgeführt. Bemerkenswert – und hinsichtlich seines architektonischen Erscheinungsbildes wesentlich – sind die schlanken Stützen. Über die Jahrzehnte kam es zu einer Reihe von Erneuerungen und Adaptierungen am Gebäude. So wurde 1981 der Haupteingang neugestaltet, was einen niveaugleichen Eingang mit sich brachte, sowie automatische Schiebetüren, die unter das Vordach verlegt wurden. Doch auch als 1987 die Fassade des Gebäudes erneuert wurde, blieben Gesamteindruck und Erscheinungsbild von Turm und Nebengebäude im Wesentlichen unverändert. Neben den Büroräumlichkeiten beherbergt der Ringturm heute ein öffentlich zugängliches Ausstellungszentrum.
In den von Boris Podrecca neugestalteten ehemaligen Kassenhallen des Hauses werden bei freiem Eintritt regelmäßig Architekturausstellungen präsentiert, die ein besonderes Augenmerk auf die Baukultur Zentral- und Osteuropas legen. Ein einzigartiger Blick auf die Stadt eröffnet sich Gästen im 20. Stock des Gebäudes, von dem aus ein Rundumblick möglich ist.

© Text: Philippe Batka, Fotos: Nikolaos Kouklakis

AkteurInnen:

Architektur: Erich Boltenstern

Adresse:

1010 Wien, Schottenring 30

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
Registrierung mit Lichtbildausweis

Erreichbarkeit:

U2, Schottenring
Linie 1, Schottenring

Fertigstellung:

1955

Links:

AzW Architektenlexikon: Erich Boltenstern
Architektur im Ringturm
Wiener Städtische Versicherungsverein
Ö1 - 100 Häuser. Sendetermin 25.Juni