Wotruba Kirche

Die Wotruba-Kirche ist eng mit Margarethe Ottillinger verknüpft, einer hohen Beamtin, die 1948 von den Russen entführt wurde und erst 1955 wieder freikam. Sie initiierte den Bau, der am Georgenberg nach dem Modell von Fritz Wotruba verwirklicht wurde.

OHW - Erlebnis

Achtung korrekte Adresse: Ottillingerplatz 1

Die Tour lädt BesucherInnen ein, die Wotruba Kirche von außen und innen zu betrachten. Treffpunkt ist oben beim Eingang der Kirche. Es gibt an diesem Wochenende einen Flohmarkt in der Unterkirche (Sa 9-18 Uhr, So 9-13 Uhr)
Kinderführung am So 14-17 Uhr
Architektur sehen, verstehen und bauen.

Die Kinderführungen erfolgen in Gruppen, bei denen Kinder die von ihnen wahrgenommenen architektonischen Qualitäten zu vorgeschlagenen Themen – Licht, Form, Farbe, Material, Klang, Haptik – in spielerischer und aktiv mitgestaltender Weise kennen lernen.
Betreuer: Kay Strasser

Die Kirche „Zur heiligsten Dreifaltigkeit“ am Georgenberg in Wien-Mauer ist ein herausragendes Beispiel des Brutalismus in Österreich – Die Bezeichnung „Brutalismus“ geht auf den französischen Begriff béton brut ('roher Beton‘) zurück, ist also weit weniger gewaltsam als man im ersten Moment annehmen könnte. Vielmehr verweist er auf die Sichtbarkeit des Materials Beton.

Diese Kirche ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zweier außergewöhnlicher Menschen, dem Bildhauer Fritz Wotruba und der ÖMV-Managerin Margarethe Ottillinger. Margarethe Ottilinger wurde von den Russen beim Überschreiten der Zonengrenze 1948 wegen Spionage festgenommen und hat sieben Jahre in Straflagern verbracht. Sie wollte ihren Dank an Gott für ihre Errettung sichtbar machen. Der Bau sollte „schockieren“ und sie fand in Bildhauer Fritz Wotruba den perfekten Verbündeten für die Umsetzung dieses Mahnmals, das weltweit Aufsehen erregte.

152 rohe Betonblöcke türmen und schichten sich am Georgenberg aufeinander. Dazwischen gläserne Auslassungen, die das innere der Kirche hell erstrahlen lassen. Der Lichteinfall stellt ein wesentliches Gestaltungsmerkmal für den Innenraum der Kirche dar.

Fritz Wotruba hat sich nach Kriegsende immer mehr der kubischen Formensprache zugewandt; das Zusammenspiel der einzelnen Quader suggeriert – je nach Perspektive – eine ständige Neuanordnung der Blöcke. Wotruba ordnet dem Entwurf bewusst keine bestimmte Schauseite zu, keine Fassade oder Hauptansicht, um ein ungeordnetes bzw. verwirrendes Gesamtbild des Gebäudes zu erzielen.

Die praktische Umsetzung des Modells lag beim Architekten Fritz Gerhard Mayr, der den Bau nach Wotrubas überraschendem Tod 1975, schließlich allein zu Ende führte. Die Weihung der Kirche erfolgte 1976, sie feiert also heuer ihr 40jähriges Jubiläum.

Foto ©Dieter Henkel

AkteurInnen

Architektur: Fritz Gerhard Mayr

 

Adresse:

1230, Ottillingerplatz 1

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 11 - 17 Uhr
Kinderführungen: So 14 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

60A, Kaserngasse

Baujahr:

1976

Links:

www.georgenberg.at