Schweizer Spende

Der städtische Kindergarten im Auer-Welsbach-Park wurde Ende der 40er als „Sonderkindergarten Schweizer Spende“ erbaut: Franz Schuster bewies Einfühlsamkeit in seiner baulichen Umsetzung des Prinzips vom Schutz der Schwächsten. Sechs Integrations- bzw. heilpädagogische Gruppen nutzen einen gemeinsamen, großen Garten.

OHW -Erlebnis

Besichtigt werden 2-3 Gruppenräume, in denen die ursprüngliche Ausstattung erhalten ist (Alte Kastenfenster mit Messingbeschlägen, Originallampen ...), jeder Raum bietet einen eigenen Zugang zum Park. Ein ehemaliges Besucherzimmer besitzt noch ein venezianisches Fenster...

Den etwas seltsamen Namen erhielt der Kindergarten von der größten öffentlichen Spendenaktion des Schweizer Volkes als Ausdruck der Solidarität mit den Opfern des Zweiten Weltkrieges. Damals wurde (auf heutige Verhältnisse umgelegt) ca. 1 Milliarde Schweizer Franken gesammelt.

Das Kindertagesheim Schweizerspende war bei seiner Eröffnung der erste integrative Kindergarten für behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen. Er besteht aus sechs Gruppen mit einem Institutsbau am westlichen und einem Wirtschaftstrakt am östlichen Ende. Die Gebäudeteile sind bogenförmig mit einem verbindenden Gang im Norden angeordnet. Der Architekt Franz Schuster setzte den Bau sehr einfühsam, mit vielen Detailüberlegungen und handwerklichen Feinheiten, umgesetzt. Insgesamt ist der Bau ein Symbol des Neubeginns nach dem Krieg.

In den 90er Jahren wurde der mittlerweile in die Jahre gekommene Bau durch Dimitri Manikas revitalisiert. An die ehemalige Küche wurde ein neuer kubischer Baukörper als Gruppenraum gesetzt. Für die Unterbringung einer neuen basalen Gruppe, eines Mehrzweckraumes, eines Unterwasser-Therapiebeckens, zweier Therapieräume und eines Personalraumes wurde westlich vom bestehenden lnstitutsgebäude ein zweistöckiger Neubau errichtet, der in seiner Dimensionierung den Rhythmus des Bestands fortsetzt. Seine Ausmaße ergaben sich aus der Notwendigkeit einer Abgrenzung des Hauses gegen die stark befahrene Schlossallee und aus dem nötigen Abstand zu den alten, mächtigen Bäumen des Parks. Der Neubau hält auch die nötige Distanz zu dem bestehenden Bauensemble und fügt sich so harmonisch in dessen Bild ein. Der erforderliche Verbindungsbau mit einem neuen Stiegenhaus und einem Lift ist in Glas errichtet worden.

Foto ©Open House Wien

AkteurInnen

Architektur: Franz Schuster
Bauherrschaft: Stadt Wien
Tragwerksplanung: Herbert Urban

 

Adresse:

1150, Schloßallee 2

Öffnungszeiten:

Samstag 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U4, Schönbrunn
10, 58, Schloss Schönbrunn Schlossallee

Baujahr:

1948-49

Links:

www.kindergaerten-wien.at
www.nextroom.at