Sargfabrik

Schon die Farbwahl mit leuchtendem Orange für die Fassade der Sargfabrik verweist auf ein Kontrastprogramm: Als Österreichs größtes selbstverwaltetes Wohn- und Kulturprojekt soll sie ein Ort der Begegnung von Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft sein.

OHW - Erlebnis

In der Sargfabrik geht es hinauf auf den intensiv genutzten und begrünten Dachgarten. Von dort gibt es einen super Überblick über das gesamte Projekt. Voraussichtlich kann auch eine Wohnung besichtigt werden.

Den Anfang nahm das Projekt 1989 mit dem Erwerb des Geländes einer ehemaligen Sargtischlerei, daher auch der Name: Sargfabrik. 1987, also fast 10 Jahre vor der Fertigstellung, wurde der „Verein für Integrative Lebensgestaltung“ gegründet, der auch als Bauträger fungierte. Ziel der Gemeinschaft war nicht nur Wohnraum, sondern auch Raum für die Öffentlichkeit zu schaffen.

Ursprünglich planten die beiden Architekten Johnny Winter und Franz Sumnitsch, den Wohnbau innerhalb der Originalmauern der ehemaligen Sargfabrik zu bauen, was jedoch am Einspruch der Anrainer scheiterte. So entschied man sich für einen Neubau auf dem 4.711 Quadratmeter großen Gelände. Es entstanden insgesamt 70 Wohnungen von 30 bis 130 Quadratmetern und großzügige Gemeinschaftseinrichtungen: ein Kindergarten, ein Badehaus mit Sauna, das 24 Stunden geöffnet ist, ein großer Veranstaltungssaal im Untergeschoß sowie großzügige Außenflächen und ein weitläufiger, begrünter Dachgarten.

Von der ehemaligen Sargtischlerei blieb nur der hohe Schornstein. Die Fassade zur Straße mit viereinhalb Fensterreihen wirkt eher verschlossen, im Gegensatz zu den hofseitigen großen Glasfronten der Wohnungen. Die Wohnungen selbst wirken, trotz einer Raumhöhe von 2,26 Metern in den Nebenräumen, sehr offen, da den niedrigen Räumen 4,60 Meter hohe doppelgeschossige Räume vorgelagert sind.

Die Anlage wurde bereits mit Architekturpreisen wie dem „Adolf-Loos Architekturpreis“ und den „Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architekten“ ausgezeichnet. Einige Jahre nach der Eröffnung erhielt die Sargfabrik eine Straße weiter einen kleinen Schwesternbau, die „Miss Sargfabrik“, welche als die Weiterentwicklung der Sargfabrik gilt.

Fotos copyright Lennart Horst @ The Gentlemen Creatives

AkteurInnen

Architektur: BKK-3
Bauherrschaft: Verein für integrative Lebensgestaltung
Das Wohnhaus wurde mit Wohnbaufördermitteln der Stadt Wien errichtet. 

 

Adresse:

1140, Goldschlagstraße 169

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

S50, S45, Penzing
Straßenbahn 52, Diesterweggasse

Baujahr:

1996

Auszeichnungen:

Adolf Loos-Architekturpreis für Wohnbauten 1996
Bauherrenpreis 1996

Links:

www.sargfabrik.at
Das Bauwerk auf nextroom