Sanatorium Purkersdorf

Das Sanatorium Purkersdorf wurde von Josef Hoffmann für Victor Zuckerkandl erbaut. Als Gründungsmitglied der Wiener Secession strebte Hoffmann das Gesamtkunstwerk an und so wurde auch im Sanatorium Purkersdorf von der Möblierung bis hin zu den Beleuchtungskörpern jedes Detail genauestens durchdacht und entwickelt. Das Interieur wurde großteils nachgebildet, da es leider nicht mehr im Original erhalten ist.

OHW - Erlebnis

Die Tour beginnt im beeindruckenden Entrée. Die Ausstattung ist dem Original nachempfundenen. Danach geht es die Treppe hinauf in den großen Saal bzw. in das danebenliegende Musikzimmer.
Der Schranken des Besucherparkplatzes ist an diesem Tag für die OHW-Besucher geöffnet!

Die Geschichte des Sanatoriums Purkersdorf ist untrennbar mit der Geschichte der Wiener Werkstätte verbunden. 1903 vom Architekten Josef Hoffmann und dem Maler und Kunsthandwerker Koloman Moser gegründet, lag ihr besonderes Augenmerk auf der handwerklichen Fertigung von Alltagsgegenständen. Mit der Gründung der Wiener Werkstätte verfolgte Hoffman das Ziel, mittels einer direkten Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Handwerkern, individuelle künstlerische Ideen in höchster Perfektion umzusetzen und funktionelle Gesamtkunstwerke zu schaffen. Das gesamte Kunstgewerbe sollte revolutioniert werden.

In der Architektur strebte die Wiener Werkstätte ein funktionelles Gesamtkunstwerk an. Das Sanatorium Purkersdorf war – aufgrund einer Empfehlung von Berta Zuckerkandl, einer Verwandten des Bauherrn – der erste Auftrag für die damals neu gegründete Wiener Werkstätte.

Die Kuranstalt war für eine erlesene Kundschaft geplant: Höchster Komfort für zahlungskräftige Patienten, die dort nicht nur Wasserkuren, oder physikalische Behandlungen konsumieren, sondern auch der körperlichen Ertüchtigung nachgehen konnten. Auch die Unterhaltung und soziale Beschäftigung sollte nicht zu kurz kommen. Die Gäste sind legendär: Arthur Schnitzler, Egon Friedell, Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Koloman Moser, Hugo von Hofmannsthal, Alma Mahler, und viele andere.

Das Gebäude selbst wurde in damals hochmoderner Bauweise errichtet: Der neue Baustoff Stahlbeton eignete sich optimal für die kubischen und geometrischen Formen, die Josef Hoffmann in dieser Phase des Jugendstils bevorzugte. Das Quadrat wurde konsequent als Leitmotiv eingesetzt.

1926 wurde das Gebäude – gegen den Willen Hoffmanns – aufgestockt. Nach dem zweiten Weltkrieg kam das Mobiliar abhanden und das Gebäude verfiel zusehends.

1991 erwarb der deutsche Immobilienunternehmer Walter Klaus das Sanatorium. Er begann 1994 mit den Sanierungsarbeiten an dem – mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden – Haus. Mit dem Architekten Sepp Müller wurde die Fassade restauriert und der Zubau aus den 20er Jahren abgetragen. Damals war angeblich sogar noch ein Viertel des originalen Mobiliars vorhanden. Die Innensanierung sollte erst in Angriff genommen werden, wenn das künftige Nutzungskonzept klar wäre. Die damals zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer setzte sich dafür ein, dass das Haus eine „hochkarätige kulturelle Nutzung“ bekommen sollte. Zu diesem Zweck wurde 1999 sogar eine Projektierungsgesellschaft gegründet, um das Sanatorium in ein lebendiges Kulturzentrum zu verwandeln. 
 
Doch die Realität verlief anders; 2002 wurde das Sanatorium von der BUWOG erworben, die das Areal mit dem Architekten Wolfgang Rainer zu der noblen Seniorenresidenz HoffmannPark umbaute, die im Mai 2003 eröffnet wurde. Aus dieser Zeit stammen die beiden Zubauten, die durch einen historischen Wandelgang mit dem Hoffmann-Bau verbunden sind. 
 
2006 wechselte das Sanatorium abermals den Besitzer (Baca Adagio Leasing GmbH) und im Frühjahr 2009 erwarb schließlich die IMMAC Holding AG das Sanatorium, die es in der heutigen Form als Seniorenpflegeresidenz betreibt.
 

Foto © OPEN HOUSE WIEN

AkteurInnen

Architektur: Josef Hoffmann
Revitalisierung: Sepp Müller, Wolfgang Rainer

 

Adresse:

NÖ 3002 Purkersdorf, Wienerstraße 64+66

Öffnungszeiten:

Sa 15 - 17 Uhr
So 15 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

R, Purkersdorf Sanatorium
S50, Purkersdorf Sanatorium
43A, Neuwaldegger Straße

Baujahr:

1904 - 1905

Links:

www.hoffmannpark.at