Philips Haus

Kommt man aus dem Süden über die Triesterstraße nach Wien, begrüßt einen ein markantes Bauwerk: das Philips-Haus. Errichtet von Karl Schwanzer und 1965 fertig gestellt, ist es nicht nur eines der inoffiziellen Wahrzeichen Wiens, sondern auch ein einzigartiges Beispiel moderner, innovativer Architektur.

OHW - Erlebnis

Diese Tour ist eine Baustellenbegehung und Du brauchst dazu gutes Schuhwerk! Helme werden am Start ausgeteilt. Mit dem Lift fährst Du hinauf in den 10. Stock. Dort kannst Du ein Musterapartment besichtigen. Zu Fuß geht es zwei weitere Stockwerke nach oben auf die Dachterrasse mit tollem Ausblick über Wien. Über das denkmalgeschützte Stiegenhaus geht es per Fuß wieder nach unten. Ein ganz besondere Tour: mit tollen Ein- und Ausblicken und vielen Treppen!

Das Philips-Haus ist nicht nur eines der informellen Wahrzeichen Wiens, das die über Süden nach Wien Kommenden begrüßt, es ist auch ein einzigartig innovativer Bürobau des Architekten Karl Schwanzer.

Das 1891 in den Niederlanden gegründete Unternehmen Philips ist seit 1926 auch in Österreich tätig. Anfang der 60er Jahre wurde der Architekt Karl Schwanzer beauftragt, eine neue, moderne Österreich-Zentrale zu schaffen. Schwanzer, 1918 geboren und seit 1947 als selbständiger Architekt tätig, war bereits international ausgezeichnet worden. Schwanzer erbaute in einer relativ kurzen Schaffensperiode – er starb 1975 – zahlreiche Bauten in Wien und weltweit. Die bekanntesten sind das BMW-Gebäude in München, das Museum des 20. Jahrhunderts oder die Auferstehungskirche, beide in Wien.

Schwanzer orientierte sich vor allem an der Funktion und stimmte die Konstruktion auf diese ab. Dies verlangte nach neuen Wegen in der Umsetzung, wie das auch beim Philips-Haus der Fall war: Seine breite, repräsentative Längsfassade aus Sichtbeton symbolisiert „offene Arme“.  Die Grundkonstruktion ist für die 60er Jahre ungewöhnlich: ein länglicher Quader mit Seitenteilen, auf vier mächtigen Betonpfeilern ruhend. Die innovative Spannbeton-Bauweise machte den Verzicht auf zusätzliche tragende Stützen in den Geschossen möglich. Dadurch konnten großflächige Räume (bis 600 m²) gebaut werden. Für die Stabilität auf weichem Lehmuntergrund sorgte ein schwimmendes Fundament.

1965 fand die feierliche Eröffnung statt.

1989/90 erfolgte eine Generalsanierung des Gebäudes bei laufendem Betrieb.

2013 zog die Zentrale von Philips Österreich um und das Philips-Haus wurde an eine Immobiliengesellschaft verkauft. Der Umbau der Büroräume zu Vorsorge Wohnungen, Serviced-Apartments, unter Wahrung des Denkmalschutzes, wird Ende 2017 fertiggestellt.

© Text: Renate Fuchs-Schreiber, Foto: 6B47

AkteurInnen

Architektur: Karl Schwanzer, Umbau: Atelier DI Josef Weichenberger Architects + Partner
Bauherrschaft Umbau: 6B47 Real Estate Investors AG und der Sans Souci Gruppe

Adresse:

1100, Triester Straße 64      

Öffnungszeiten:

So 10 - 17 Uhr
Baustellenbegehung, festes Schuhwerk

Erreichbarkeit:

Bus 15A, Business-Park Vienna
Bus 65A, Business-Park Vienna
Linie 1, Windtenstraße (ca. 5 Gehminuten)

Baujahr:

1962-1964, Umbau 2017

Links:

Karl Schwanzer Architekt aus Leidenschaft
Weichenberger Architekten
Architekturzentrum Wien Fotoarchiv
Dieses Gebäude auf Nextroom
6B47 Real Estate Investors AG
www.vorsorge-wohnung.at
www.sanssouci.at