MuTh - Konzertsaal der Wr. Sängerknaben

as „MuTh“ - „Musik & Theater“ - hat nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit und teils heftigem öffentlichen Widerstand 2012 den Betrieb aufgenommen. Erstmals steht nun den Wiener Sängerknaben eine eigene Probe- und Aufführungsstätte zur Verfügung.

OHW - Erlebnis

Treffpunkt Foyer, es geht in die Künstlergalerie, in die Garderoben und auf die Bühne.
Der Akustiker ist von 13-15 Uhr anwesend, der Architekt von 16-17 Uhr.
Kinderführung am So 14-17 Uhr
Wie klingt Architektur? Architektur mit den Ohren sehen, Geräusche und Klänge als Teil von Architektur erkennen. Die Kinderführungen erfolgen in Gruppen, bei denen Kinder die von ihnen wahrgenommenen architektonischen Qualitäten zu vorgeschlagenen Themen – Licht, Form, Farbe, Material, Klang, Haptik – in spielerischer und aktiv mitgestaltender Weise kennen lernen.
Betreuer: Rupert Schwarz

Nach über 500jährigem Bestehen der Wiener Sängerknaben erhielt der Knabenchor jetzt erstmals eine eigene Probe- und Aufführungsstätte. Die ursprünglichen Pläne sahen einen vollkommen unterirdisch liegenden Konzertsaal hinter dem Augartenpalais mit direkter Anbindung an das Stiegenhaus des Palais vor.

Da dieser Entwurf nicht durchführbar war, wurde der Standort für den „Konzertkristall“ letztendlich direkt an den Augartenspitz gelegt. Das Gebäude scheint von außen klein gemessen an dem, was es beinhaltet: Der Konzertsaal bietet 400 Sitzplätze, die innerhalb eines 20 m-Radius, möglichst nah zur Bühne hin, angeordnet sind und wurde zwei Ebenen tief eingegraben.

Alle weiteren Funktionen befinden sich rund um den Saal, dessen Vorbereich nicht, wie für repräsentative Aufführungsstätten üblich, ein großes, luxuriöses Pausenfoyer, sondern ein langer, sich bandartig wickelnder Raum bildet. Das Belichtungskonzept der Saalaußenwand inspirierten einerseits die Partitur aus der Arie des Pamino, andererseits die gruppendynamischen Aspekte von Chören. Die durch das Grundstück vorgegebene Assymmetrie zieht sich durch das Gebäude und in den Konzertsaal – positiv für dessen Akustik, die sorgfältig in einem 1:10 Modell erprobt und perfektioniert wurde.

Im Saal selbst fungieren schuppenartige, unterschiedlich dicke Paneele als Absorber, Resonanzen und Refektoren. Die akustisch transparente Decke ist mit ihrer Streckmetall-Verkleidung aus eloxiertem Aluminium industriell gehalten. Für eine warme Atmosphäre im Saal sorgt die Materialwahl für die Paneele mit unterschiedlich dicken Holzlagen aus Satinnuss und für die Brüstungen mit hellem Splintholz. Die Polsterungen an den Ober- und Unterseiten der klappbaren Sitze bewirken eine gleichbleibende akustische Qualität im Saal. Da die Sitze versetzt angeordnet sind, ist eine 100%ige Sichtbarkeit der Bühne vom ganzen Zuschauerraum aus gegeben.

Nach außen hin werden die Materialien kühler, ein silbernes Fassadenband spiegelt die Kontur des Konzertsaals und wird unterbrochen durch gezielte Fensteröffnungen.

Fotos copyright Dieter Henkel

AkteurInnen

Architektur: archipel architektur+kommunikation
Akkustik: Quiring Consultants

Adresse:

1020, Am Augartenspitz 1

Öffnungszeiten:

So 13 - 17 Uhr
Fachführungen So 13 - 15 Uhr & 16 - 17 Uhr
Kinderführungen So 14 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U2, 2, 5B: Taborstr.; 31: Obere Augartenstr.;5A: Malzgasse

Baujahr:

2012

Links:

www.archipel.at
www.muth.at