Mustersiedlung 9=12

Die Idee hinter der Mustersiedlung 9=12 lehnt sich an die Werkbundsiedlung mit dem Konzept des populären, vielfach gewünschten Einfamilienhauses, jedoch in verdichteter Bauweise, an. Die Entwurfsaufgabe wurde von acht Architekten bei insgesamt zehn Wohnhäusern unterschiedlich interpretiert.

OHW - Erlebnis

Besichtigt werden kann am Samstag das Haus 4 der Siedlung – bitte die Hinweisschilder beachten. Die Bewohnerin einer drei-geschoßigen Wohnung mit rund 130 Quadratmetern öffnet von 14-17 Uhr ihre Türen. Bitte Schuhe vor der Türe ausziehen!

Schon im Vorfeld gab es einen geladenen Wettbewerb und eine Ausstellung im Museumsquartier: Adolf Krischanitz hatte mit der Firma Lafarge Perlmooser vor, nach dem Vorbild der Werkbundsiedlung, die Sehnsucht nach dem Einfamilienhaus mit einer verdichteten Bauweise zu verbinden.

Durch die Unterstützung der Firma Lafarge wurde – für Wohnbau unüblich – Beton als Konstruktions- und Großteils auch als Sichtfassade verwendet.

Der ursprüngliche Namenszusatz 9=12 entstammt der ursprünglichen Entwurfsidee 9 Architekten 12 Häuser entwerfen zu lassen. Tatsächlich wurden es – aus finanziellen und Platzgründen – 10 Häuser von 8 Architekten.

Adolf Krischanitz entwickelte den städtebaulichen Masterplan und lud Kollegen aus drei Ländern ein:

Hermann Czech, Heinz Tesar, Peter Märkli, Roger Diener, Marcus Meili/Markus Pete, Max Dudler, Hans Kollhoff und Otto Steidle. So wurde der baulichen Aufgabe – eigenständige Häuser im städtebaulichen Verbund – jeweils anders interpretiert. Als weitere Besonderheit wurde der zwischenliegende Freiraum nicht den Häusern zugeordnet, sondern blieb als Freifläche erhalten. In der Zwischenzeit wurde die Fläche – wie im Konzept durchaus erwünscht – von den Bewohnern teilweise angeeignet.

Haus Nr. 4 – Otto Steidle (4 Wohnungen)

Die vier Wohneinheiten mit einer annähernd gleichen Fläche erstrecken sich über jeweils drei Geschoße. Das Gebäude ist in Sichtbeton ausgeführt, im Erdgeschoß in eine schmale Stützenreihe aufgelöst und bietet seinen Bewohnern eine geschützte Dachterrasse.

Die Wohnhausanlage wurde mit Wohnbaufördermitteln der Stadt Wien errichtet.

Fotos ©Open House Wien

AkteurInnen

Architektur: Steidle Architekten (Otto Steidle
Bauherrschaft: ÖSW, GSG
Tragwerksplanung: Gmeiner Haferl (Manfred Gmeiner, Martin Haferl)
Landschaftsarchitektur: Anna Detzlhofer

 

Adresse:

1140, Josef-Ressel-Straße 2a, Haus 4, Tür 3

Öffnungszeiten:

Sa 14 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

S50, Wolf in der Au oder Hadersdorf
Bus 50A, von Hütteldorf nach Wienfluss Aufsicht
Bus 447, von Hütteldorf nach Wienfluss Aufsicht

Baujahr:

2007

Links:

www.steidle-architekten.de
Das Bauwerk auf nextroom