Miss Sargfabrik

Die kleine Schwester des Wohnprojekts „Sargfabrik“ befindet sich gleich um die Ecke und wird wie jene ebenso vom Verein für integrative Lebensgestaltung betrieben. Die beiden zusammengehörigen Wohnhäuser sind mit über 230 BewohnerInnen das größte selbstinitiierte und selbstverwaltete Wohn- und Kulturprojekt Österreichs.

OHW - Erlebnis

Die Tour verläuft vom begrünten Innenhof durch das Musikzimmer hinauf bis in den letzten Stock. Ganz oben kann eine Wohnung besichtigt werden.
Architektenführungen SA 14-16 entfallen.

„Miss Sargfabrik“ ist die Erweiterung des 1996 mit dem Adolf Loos Preis ausgezeichneten Wohnheims „Sargfabrik“ in Wien. Sie wurde von BKK-3 gemeinsam mit Johnny Winter geplant.

Auf 3.000 Quadratmetern Nutzfläche ist ein Mitbestimmungsprojekt mit knapp 40 Wohneinheiten entstanden, das schon in der Planungsphase auf eine intensive Zusammenarbeit von Architekten und zukünftigen BewohnerInnen setzte.

Das komplexe Zusammenspiel von architektonischen, sozialen und kulturellen Qualitäten entspricht den heutigen Anforderungen eines neuen „lifestyle“. Das Gesamtkonzept reflektiert zudem innovative Ansätze zur Vernetzung von Leben – Wohnen – Arbeit in einem Gebäude. Aus der Überlagerung dieser Ideen wurde eine dreidimensional gefaltete, bewohnbare Bauskulptur geformt, deren Architektur die Essenz dieses jahrelangen gemeinschaftlichen Planungsprozesses ist.

Das Ergebnis ist ein viergeschoßiger, oranger Baukörper, der aufgrund der durchgehenden Fensterbänder wie quergestreift wirkt. Im Inneren erzeugen geknickte Trennwände, geneigte Fußböden und Deckenschrägen ein ganz spezielles und besonderes Raumerlebnis. Die Raumaufteilung und die großzügigen Fensterfronten lassen die Wohnungen größer erscheinen, als sie sind.

Obwohl keine Wohnung der anderen gleicht, können zwei Raumkonfigurationen definiert werden, eine mit erweiterter Wohnungsmitte und eine andere mit einer größeren Öffnung zur Fassade hin.

Außergewöhnliche, vielfältige Gemeinschaftsflächen ergänzen das Wohnen und unterstützen das Leben in der „community“. So entstanden etwa eine Bibliothek, eine Gemeinschaftsküche, ein Waschsalon, das sogenannte „Dilettantenkammerl“ und ein Clubraum im Untergeschoß.

1998 begann man die Idee zur „Miss Sargfabrik“ umzusetzen. Der Bau konnte Ende 2000 innerhalb des Kostenrahmens von 3,80 Mio. Euro fertig gestellt werden.

Fotos copyright Lennart Horst @ The Gentlemen Creatives

AkteurInnen

Architektur: BKK-3
Bauherrschaft: Verein für integrative Lebensgestaltung
Tragwerksplanung: Fröhlich & Locher
Das Wohnhaus wurde mit Wohnbaufördermitteln der Stadt Wien errichtet. 

 

Adresse:

1140, Missindorfstraße 10

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 10 - 17 Uhr
Fachführung So 14 - 16 Uhr

Erreichbarkeit:

S50, S45, Penzing
Straßenbahnlinie 52, Diesterwegstraße

Baujahr:

2000

Auszeichnungen:

Architekturpreis der österreichischen Zementindustrie 2001
Förderungspreis für Baukunst der Akademie der Künste in Berlin 2002

Links:

www.bkk-3.com
www.sargfabrik.at
Das Bauwerk auf nextroom