Margaretenhof

Dieser Wohnhof, erbaut im späten 19. Jh., ist eine der größten Wohnhausbauten der späthistorischen Zeit. Die Architekten verbanden im Entwurf den klassischen Zinshausbau mit Gestaltungselementen einer Cottage. Der Margaretenhof befindet sich gegenüber des belebten „Schlossquadrats“, dem Rest des einstigen Margaretner Schlosses.

OHW - Erlebnis

Die Tour beginnt am Margaretenplatz, führt durch das ehemalige Kaffeehaus, das jetzt ein Architekturbüro beheimatet. Weiter geht´s durch das feudale Stiegenhaus und einmal durch die Privatstraße, die normalerweise nicht zu betreten ist. Ein einzigartiges Haus mit einer einzigartigen Geschichte! Die Touren machen teilweise richtige Geschichts-Experten!

Der Margaretenhof wurde von den Theaterarchitekten Fellner und Helmer erbaut, die insgesamt an 48 Theaterbauten in ganz Europa beteiligt waren. Unter anderem stammen das Wiener Volkstheater, die Prager Oper und das Bulgarische Nationaltheater in Sofia von ihnen.

Das für damalige Verhältnisse sehr große Büro – zeitweise waren bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigt – hatte in Österreich-Ungarn eine beinahe monopolartige Stellung im Bau von Theatern inne. Die Bürogemeinschaft beschäftigte sich jedoch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Typologien und errichtete insgesamt über 200 Bauten: Kaufhäuser, Banken, Hotels, Palais, Landschlösser, Landhäuser und Villen – sowie auch den Margaretenhof.

Der Wohnhof befindet sich am ehemaligen Grundstück eines Brauhofes, der um 1883 demoliert wurde. Vom alten Brauhof ist heute noch ein Teil des damaligen Kellers und ein alter Holzaufzug, mit dem die Fässer auf Straßenniveau gezogen wurden, erhalten.

Die Tochter des damaligen Brauhofbesitzers, Amalia Lipthay, beauftragte das Büro Fellner und Helmer mit der Errichtung eines Wohnhofes. Inspiriert durch die Initiative „Wiener Cottage Verein“, die von Edmund Kral und Heinrich von Ferstel wenige Jahre zuvor im heutigen 19. Bezirk gegründet wurde, errichteten Fellner und Helmer das Wohngebäude mit dem Ziel „den Bürgern ein Leben in gesunder frischer Luft“ zu möglichen. Die Abgeschlossenheit des Wohnhofes allerdings lässt keinen Zweifel zu, dass sich das Vorhaben nur an Begüterte und nicht an die große Masse an Proletariern richtete, die damals in diesem Stadtteil überwiegend gewohnt hat.

Die Architekten Fellner und Helmer beherrschten die Inszenierung: Der gedoppelte Hauseingang, welcher links in ein Kaffeehaus und rechts in ein Restaurant führte, das Stiegenhaus, das an ein Theaterfoyer erinnert und die zahlreichen Stilelemente ergeben ein optisches Gesamtkunstwerk.

So durchschreitet man zuerst ein Foyer im Stil der italienischen Renaissance, das auch neugotische Elemente enthält, um im hinteren Trakt in ein typisches Wiener Zinshaus mit Bassena am Gang zu gelangen.

Wer sich für die Cottage-Idee begeistert, dem sei noch ein kurzer Abstecher in die Zeinlhofergasse ans Herz gelegt, deren Häuser ebenfalls von Fellner und Helmer stammen.

Foto ©OPEN HOUSE WIEN

AkteurInnen

Architektur: Ferdinand Fellner & Hermann Helmer

Adresse:

5, Margaretenplatz 4

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U4, 14A Pilgramgasse
12A, 13A Margaretenplatz, Schönbrunner Straße
12A, 59A Margaretenplatz

Baujahr:

1884-85

Links:

www.margaretenhof.at