Heumühle

Etwas verborgen liegend im Hof eines Zinshauses wurde die letzte erhaltene Mühle des Wientales – vermutlich eher aus Zufall – nie abgerissen. Beispielhaft revitalisiert ist sie heute das Zuhause einer jungen Werbeagentur.

OHW - Erlebnis

Bei der Tour werden Sie in die vorigen Jahrhunderte entführt – Die Heumühle hat beide Wiener Türkenbelagerungen überstanden. Die Tour führt zuerst um das Gebäude, dann kann das Innere erkundet werden bis in das Dachgeschoß. Was uns besonders freut: Eine Expertin des Bundesdenkmalamtes ist von 14-15 Uhr anwesend.
Zugang am besten über Kettenbrückengasse/Grüngasse.

Die Heumühle gilt als ältester nicht sakraler Bau Wiens. Sie wurde im 14. Jh. errichtet, brannte in der Zeit der ersten Türkenbelagerung ab und wurde wiederaufgebaut. Somit stammen die ältesten noch vorhandenen Mauerteile aus dem 16. Jh.

Später wurde eine Art Vorhaus mit Küche, Backstube und Kammer angebaut, 1815-1818 schließlich wurde das einstöckige Gebäude „regotisiert“. Dabei erhielt die Heumühle mit den Kielbogen- beziehungsweise Spitzbogenfenstern ihr heutiges Erscheinungsbild.

Die Mühle war als eine von vielen am Mühlbach, einem Parallelfluss der Wien, bis 1856, als der Bach aus hygienischen Gründen zugeschüttet werden musste, in Betrieb. Das Gebäude wurde erst als Lagerhaus und Werkstatt weitergenutzt und stand dann viele Jahre lang leer. Die Heumühle, die mittlerweile im Innenhof eines mehrstöckigen Zinshauses steht, verfiel über die Jahre und war stark einsturzgefährdet.

Vor rund zehn Jahren wurde das umliegende Zinshaus generalsaniert und mit einem modernen Dachboden aufgestockt. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen wurde auch die im Innenhof liegende Heumühle durch das Bundesdenkmalamt, die Stadt Wien und PrivateigentümerInnen saniert.

In einem ersten Schritt wurde die Heumühle komplett entkernt. Da das Gebäude stark einsturzgefährdet war, konnte man keine statischen Mehrlasten einbringen. Die Lösung: Eine eingefügte Stahlkonstruktion dient jetzt als statisches Gerüst. Sie trägt die neuen Stahlbetondecken und stützt die Außenmauern. Die Konstruktion ist auch von außen gut erkennbar und erlaubt eine klare Abgrenzung der neu errichteten Teilen vom Altbestand. Insgesamt wurde das historische Erscheinungsbild sorgfältig bewahrt. Die Heumühle befindet sich in Privatbesitz und wird als Büro und Präsentationsraum genutzt.

Foto copyright Lennart Horst @ The Gentlemen Creatives

AkteurInnen

ArchitektInnen: Rollwagen Partner Architekten (Restaurierung)
Bauherrschaft: Dr. Jelitzka + Partner Gesellschaft für Immobilienberatung u. -verwertung GmbH (Restaurierung)

Geförderter Wohnbau: Wurde mit Mitteln der Wiener Wohnbauförderung errichtet.

 

Adresse:

1040, Heumühlgasse 9/Zugang Grüngasse 1

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
Fachführung Sa 14 - 15 Uhr

Erreichbarkeit:

U4, Kettenbrückengasse

Baujahr:

14 Jhd.

Auszeichnungen:

1. Platz des 24. Stadterneuerungspreises
des Wiener Baugewerbes der Landesinnung Bau

Links:

http://www.rollwagen.at
http://www.heumuehle.com