Edith-Stein-Kapelle

Im Herzen des Edith Stein Hauses ruht ein Ort der Stille und des Gebets: Ein alter Lagerraum wurde in eine schlichte, jedoch sehr moderne Kapelle transformiert. Hier findet sich sowohl die ursprüngliche Kargheit des früheren Lagers als auch ein Zitat der großen Kirchenbautradition wieder.

OHW - Erlebnis

Im Gebäude der katholischen Hochschulgemeinde befindet sich linker Hand die Edith-Stein-Kapelle – einfach den Hinweisschildern folgen. Gleich angrenzend gibt es ein kleines Beichtzimmer: Die künstlerische Intervention des australischen Künstlers David Rastas – ein komplett mit Bienenwachs überzogener Raum – stellt sinnlich die Begegnung mit Christus dar. Die anwesende Volunteerin hat Kunstgeschichte studiert und bei einer Publikation über die Kapelle mitgearbeitet – eine absolute Fachfrau!

Im Auftrag des Universitätsseelsorgers Dr. Karl Strobl erarbeitete der Architekt Ottokar Uhl ab Juli 1958 den Entwurf für eine neue Studentenkapelle. Diese sollte im Herzen des Edith Stein Hauses, einem Heim zwischen Rathaus und Votivkirche für mehr als 90 Studierende, ihren Platz finden. Stark beeinflusst von den Geschehnissen des Ungarischen Volksaufstandes ab 1956 und der Flucht zehntausender Ungarn nach Westen, sollte das Haus und der Kapellenraum eine Versammlungsmöglichkeit für junge Menschen sein, nur 50-60 km vom „Eisernen Vorhang“ entfernt.

Der ursprüngliche Lagerraum wurde zu einer einfachen Kapelle umgestaltet, die in ihrer Formensprache die Armut und den Willen zum Dienst widerspiegeln sollte. Die Decke, Stützen sind unverändert geblieben, der raue Sichtbeton passt zur gewollten Kargheit. Auch der Fußboden blieb ursprünglich asphaltiert. Den Messaltar an der Stirnseite des Raumes bildet ein schlichter Lärchentisch. Ein dahinterliegendes, barockes Kruzifix aus dem 18. Jhd wurde so tief gehängt, dass es mit dem Altar beim Betrachten eine Einheit bildet. Seitlich vom Altar stehen Eisenleuchter.

Sechs Betonpfeiler teilen den Raum in drei Schiffe, die die zentrale Mitte für den Altar kennzeichnen. Die Belichtung erfolgt durch die Verglasung über dem Altar und die beiden seitlichen Stirnwände. Ein Kreuz aus Neonleuchten über dem Altar verstärkt die Mitte und rückt den Altar ins Zentrum des Blickfeldes.

Der Versammlungsraum ist durch das Fehlen befestigter Elemente und Einrichtungsgegenstände sehr flexibel und adaptierbar. Für die Gottesdienste wird eine Lederbestuhlung genutzt, die sich gut in die spartanische Umgebung einpasst.

Die ungewohnte Leere des Raumes unterstützt seine Funktion als Ort der Stille, der Meditation und des Gebets. Die Kapelle wurde 1993 dem Schutz der Hl. Edith Stein anvertraut, eine Karmelitin, die am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.

Die Kapelle steht unter Denkmalschutz.


Foto ©OPEN HOUSE WIEN

AkteurInnen

Architektur: Ottokar Uhl

 

Adresse:

1010 Wien, Ebendorferstr. 8

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
So 10 - 17 Uhr

Erreichbarkeit:

U2, Schottentor
D, Schottentor
1, Schottentor
37, 38, Schottentor
40, 41, 42, 43, 44, Schottentor
71, Schottentor
1A, Schottentor
40 A, Schottentor

Baujahr:

1958

Links:

www.khg.or.at