Bridge Club

Es ist Herrn Pauli vom Bridge-Club zu verdanken, dass dieses Werk von Adolf Loos gut erhalten und auch regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Viele für Loos typische Einbauten sind noch erhalten bzw. gut nachvollziehbar – für Architekturfans ein MUSS!

Die ehemalige Privatwohnung von Emil Löwenbach wurde 1912/1913 von Adolf Loos innenräumlich ausgestattet. Erst seit 2012 steht diese unter Denkmalschutz. Die unterschiedlichen Nutzungen, etwa als Casino, von der Wiener Kaufmannschaft und zuletzt als Bridge Club, hinterließen ihre Spuren. Jedoch ist von der ursprünglichen Gestaltung noch vieles nachvollziehbar. Wie für Loos typisch erreichte er die optimale Ausnutzung der Wohnungsfläche durch den Einsatz von Einbaumöbeln und wahrscheinlich eigens angepassten Möbeln. Viele der Sitzecken sind nicht mehr erhalten, nur im Erkerzimmer befindet sich noch der originale Unterbau einer Sitzgarnitur. Die ursprünglichen Sitzelemente im ehemaligen Herrenzimmer und der Bibliothek, welche Nischen ausnutzten und somit eine Form des Rückzugs boten, sind nicht mehr erhalten. Die besondere Lichtstimmung durch abgehängte Lampen kann man noch teilweise nachempfinden. In den beiden Gängen ist ein Lampentypus erhalten, bei dem nachgewiesen ist, dass er zumindest in anderen von Loos eingerichteten Wohnungen Einsatz fand. Ebenso dürfte die Leuchte im Erkerzimmer der Symmetrie wegen auf Loos zurückgehen. Loos verstand sich darauf das großbürgerliche Wohnen zu inszenieren. Entsprechend   reich fiel die Ausstattung der Repräsentations- bzw.  der „öffentlichen“ Räume aus. Die Ausführung des ehemaligen Herrenzimmers (Salon) fiel besonders prächtig aus: Es ist mit Holzvertäfelungen aus asiatischem Zitronen-Pyramiden-Holz ausgestattet. Weiße Marmorpfeiler gliedern die Wand und an der Schmalseite befinden sich dazwischen Glasvitrinen mit Messingrahmung. Der Speisesalon wie auch das Erkerzimmer weisen Kassettendecken auf, die auf Loos zurückzuführen sind. Den Heizkörpern sind „Messingvorhänge“ vorgelagert. Im Speisesalon finden sich weitere Messing-gerahmte Vitrinen und eine Marmorvertäfelung, diesmal mit grün-grauer Maserung. Die Privaträume –  Bibliothek, drei Zimmer und zwei Kabinette – fallen in  der  Gestaltung  etwas  schlichter aus. Außergewöhnlich sind die noch erhaltene Galerie in der Bibliothek, sowie die Einbauschränke, die den unteren Bereich durchziehen und oben durch gerahmte Wandpaneele gestisch fortgesetzt werden.

Verfasserin: Jacqueline Fierascu

Foto ©OPEN HOUSE WIEN

AkteurInnen

Architektur: Wohlschläger Jakob
Innenarchitektur: Adolf Loos

 

Adresse:

1010 Wien, Reischachstraße 3

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 15 Uhr
So 10 - 15 Uhr

Erreichbarkeit:

U1, Schwedenplatz
U4, Schwedenplatz
Straßenbahn 1, Julius-Raab-Platz
Straßenbahn 2, Julius-Raab-Platz

Baujahr:

1913

Links:

www.bridgeclub-wien.at