Atelier – Wohnhaus Mauer

Der Besitzerin des Atelier-Wohnhauses in Wien-Mauer war es wichtig, ihr neues Refugium besonders individuell zu planen und zu gestalten. Alle drei Bereiche – ein Kunstatelier, eine Praxis für Body-Mind-Arbeit und der private Wohnbereich – wurden in ökologischer Bauweise ausgeführt.

OHW - Erlebnis

Treffpunkt ist bei der Haustür, bei der Tour kann man das Gebäude zuerst von der Gartenseite betrachten. Anschließend geht es in die unterschiedlichen Wohn- und Arbeitsbereiche. Die Künstlerin Britta Uttendorf selbst ist anwesend und wird auch führen.
Bitte beachten, dass fotografieren nicht erlaubt ist; bitte Schuhe ausziehen!

Auf einem leicht nach Norden geneigten 540m2 großen Grundstück wurde über einer Fläche von 148,8m2 ein Holzständerbau errichtet, der eine fast exakte Nord-Süd-Ausrichtung aufweist.

Eines der Hauptthemen bei der Planung und Ausführung des Baus waren ökologische Nachhaltigkeit, Unbedenklichkeit der verwendeten Materialien und Wirkung des Hauses auf Bewohner und Besucher.

Die Anordnung der Lebensbereiche erfolgte daher um den von geomantischen Gesichtspunkten her störungsfreien Schlafplatz. Materialien wie Holzschalung im Außenbereich, Lehmplatten, bzw. Lehmputz und Kalkfarbe im Innenbereich sollten die gewünschte Atmosphäre unterstützen. Die ursprünglich vorgesehene Strohballendämmung wurde zugunsten einer eingeblasenen Holzweichfaserdämmung aufgegeben, einerseits aus Kostengründen, andererseits wegen Bedenken bzgl. Allergenen, bzw. Schädlingen im Stroh. Dadurch verringerte sich die Wandstärke, es ergab sich mehr Innenraumfläche.

Niedrigenergiehaus-Standard wurde erreicht, obwohl die typische Niedrigenergiehaus-Bauweise (nach Norden geschlossen, nach Süden geöffnet) nicht angewendet wurde. An der Nordseite geben große Dreifach-Fixverglasungen und Schiebetüren den Blick auf den nordseitig gelegenen Garten, die Weinberge und den Wiener Wald frei.

Als Hausgestalt gab die Bauherrin die Form eines Würfels vor. Um die jeweiligen Lebensbereiche voneinander abzusetzen und das zweite Obergeschoß mit den Bebauungsvorschriften in Einklang zu bringen, brach der Architekt den Würfel auf, sodass vor allem in den Seitenansichten und von der Gartenseite aus ein eindrucksvoller skulpturaler Baukörper entstand.

Hausbau, Innenausstattung und Einrichtung wurden für die Besitzerin zu einem großangelegten Kunstprojekt, wobei nach manchen Stücken - wie nach der richtigen Farbe in einer Bildkomposition - oft jahrelang gesucht wurde. Zufällig entdeckte Fundstücke wurden ebenso eingefügt wie Selbst-Kreiertes, Erbstücke oder Möbel von aktuellen Designern. Den so entstandenen gestalteten Raum erlebt die Hausherrin für sich selbst, aber auch für die Besucher des Hauses, seien es Freunde, Klienten oder Kunst-Interessierte, als Anregung, das unverwechselbare Eigene zu entdecken und unabhängig von gängigen Strömungen sichtbar zu machen.

Das Haus wurde in den Architekturführer von Prof. Friedrich Achleitner aufgenommen: Achleitner, Friedrich (2010): Österreichische Architektur im 20.Jahrhundert. Ein Führer in vier Bänden. Band III/3: Wien 19.-23.Bezirk. St.Pölten-Salzburg: Residenz Verlag, S.440f.


Foto ©OPEN HOUSE WIEN

AkteurInnen

Architektur: Ernst Steiner
Tragwerksplanung: Reinhard Schneider
Holzbau: Esterbauer Holzbau GmbH

Adresse:

1230 Wien, Schlossgartenstraße 30A

Öffnungszeiten:

Sa 10 - 17 Uhr
Fachführungen Sa 10 - 17 Uhr
Fotografieren nicht erlaubt!

Erreichbarkeit:

60, Franz- Asenbauer- Gasse

Baujahr:

2007

Links:

Ernst Steiner Architekt
britta uttendorf creative arts
Brennan Healing Science Austria